Auslandsgebühren Kreditkarte: Was wirklich kostet und wie Sie sparen

Ratgeber

Auslandsgebühren Kreditkarte: Was wirklich kostet und wie Sie sparen – Auf einen Blick

Auslandsgebühren auf Kreditkarten summieren sich aus Fremdwährungsgebühr (1,5 bis 2,75 Prozent je Umsatz), Bargeldgebühr (5 bis 10 Euro je Abhebung), DCC-Aufschlag (3 bis 6 Prozent schlechterer Kurs) und lokaler ATM-Gebühr. Auf einer zweiwöchigen USA-Reise mit 2.800 Euro Karteneinsatz kosten sie mit einer Standardkarte rund 67 Euro, mit einer gebührenfreien Karte nur die ATM-Gebühr von 12 Euro. Drei Hebel senken die Kosten: gebührenfreie Karte, Ablehnung von Dynamic Currency Conversion am Terminal und weniger, dafür größere Abhebungen.

Die Auslandsgebühr, in Preisverzeichnissen meist Fremdwährungsgebühr genannt, ist ein prozentualer Aufschlag auf jede Zahlung und Abhebung in einer Währung außerhalb der Euro-Zone. Am deutschen Markt liegen die Sätze typischerweise zwischen 1,5 und 2 Prozent, bei einzelnen Anbietern bei 2,75 Prozent. Bei 2.000 Euro Karteneinsatz im Urlaub kosten diese Auslandsgebühren 30 bis 55 Euro. Drei Hebel senken den Betrag auf nahezu null: eine Karte ohne Fremdwährungsgebühr, die Ablehnung von Dynamic Currency Conversion und das Vermeiden unnötiger Bargeldgebühren.

Auslandsgebühren setzen sich aus mehreren Einzelgebühren zusammen, die verschiedene Beteiligte erheben: die eigene Bank, der Händler und der Automatenbetreiber im Reiseland. Wer nur die Fremdwährungsgebühr kennt, übersieht die anderen Posten. Die Zusammensetzung mit den üblichen Beträgen, Stand 15. September 2026, steht in den folgenden Abschnitten.

Welche Auslandsgebühren Kreditkarten erheben

Vier Gebührenarten summieren sich auf Reisen außerhalb der Euro-Zone:

GebührWer sie erhebtWobei sie anfälltÜbliche Höhe
FremdwährungsgebührEigene BankJede Zahlung in Fremdwährung1,5 bis 2 Prozent, vereinzelt 2,75 Prozent
BargeldgebührEigene BankJede Abhebung außerhalb der Euro-Zone5 bis 10 Euro je Vorgang oder 2 bis 4 Prozent
DCC-AufschlagHändler über die TerminalbetreiberAbrechnung in Euro statt in Landeswährung3 bis 6 Prozent schlechterer Wechselkurs
ATM-GebührAutomatenbetreiber im ReiselandJede Abhebung, unabhängig von der eigenen Bankumgerechnet 2 bis 6 Euro je Vorgang

In der Euro-Zone entfällt die Fremdwährungsgebühr, weil in Euro abgerechnet wird. Die Bargeldgebühr für Abhebungen kann trotzdem anfallen, wenn die Bank sie für alle Automaten außerhalb Deutschlands verlangt.

Wie die Fremdwährungsgebühr berechnet wird

Die Fremdwährungsgebühr ist ein Prozentsatz vom Umsatz, nicht vom Rechnungsbetrag in Euro. Die Rechnung läuft in zwei Schritten: Zunächst rechnet Visa oder Mastercard den Betrag mit dem tagesaktuellen Referenzkurs in Euro um. Danach schlägt die eigene Bank ihren Prozentsatz auf diesen Eurobetrag.

Ein Abendessen über 200 US-Dollar illustriert das. Bei einem Kurs von 1,10 US-Dollar je Euro ergibt das 181,82 Euro. Eine Fremdwährungsgebühr von 1,75 Prozent macht 3,18 Euro daraus, bei 2,75 Prozent sind es 5,00 Euro. Der Aufschlag erscheint auf der Abrechnung als separater Posten, oft mit dem Vermerk "Entgelt für Fremdwährungsumsatz".

Dynamic Currency Conversion: der teuerste Hebel am Terminal

Dynamic Currency Conversion (DCC) ist das Angebot an der Kasse oder am Automaten, den Betrag direkt in Euro abzurechnen, statt in der Landeswährung. Das klingt bequem und ist die teuerste Entscheidung der Reise: Der Kurs dafür stammt vom Terminalbetreiber und liegt typischerweise 3 bis 6 Prozent unter dem Kurs der Kartenorganisation. Die eigene Fremdwährungsgebühr fällt zusätzlich an, weil die Abrechnung als Fremdwährungsumsatz läuft.

Die Abweisung ist immer erlaubt. Am Terminal erscheint die Frage "In Euro oder in Landeswährung zahlen?"; die richtige Antwort lautet Landeswährung, etwa Thai Baht, US-Dollar oder Schwedische Kronen. In Tschechien und Ungarn wird DCC besonders häufig angeboten, in Island und Schweden fast flächendeckend.

DCC zeigt sich am Terminal in vier Formulierungen, die alle dasselbe meinen:

  • "Zahlung in EUR oder in Landeswährung?": Die direkte Frage am Bildschirm, meist mit vorausgewähltem Euro.
  • "Guaranteed exchange rate": Der garantierte Kurs ist der schlechte Kurs; die Garantie gilt nur für den Terminalbetreiber.
  • "Pay in your home currency": Die Heimatwährung ist nur dann die richtige Wahl, wenn sie die Landeswährung ist.
  • Beleg mit EUR-Betrag: Steht auf dem Kassenbon ein Euro-Betrag mit umgerechnetem Kurs, lief die Zahlung über DCC.

Was Auslandsgebühren auf einer Urlaubsreise kosten

Eine zweiwöchige USA-Reise mit 2.000 Euro Kartenzahlungen und vier Abhebungen à 200 Euro zeigt die Größenordnung:

PostenKarte mit 1,75 Prozent FremdwährungsgebührGebührenfreie Karte
Fremdwährungsgebühr auf 2.000 Euro Zahlungen35,00 Euro0 Euro
Bargeldgebühr, 4 Abhebungen à 5 Euro20,00 Euro0 Euro
ATM-Gebühr, 4 Vorgänge à umgerechnet 3 Euro12,00 Euro12,00 Euro
Summe67,00 Euro12,00 Euro

Die Ersparnis von 55 Euro wächst mit der Reiselänge. Bei einem halben Jahr Auslandsaufenthalt mit 8.000 Euro Karteneinsatz liegen die Auslandsgebühren der Standard-Karte bei 140 Euro, ohne die Bargeldgebühren. Nur die ATM-Gebühr bleibt bei beiden Karten gleich, weil sie der Automatenbetreiber unabhängig von der Bank erhebt.

Fünf Wege, Auslandsgebühren zu sparen

  • Gebührenfreie Reisekarte führen: Karten ohne Fremdwährungsgebühr und ohne Bargeldgebühr senken den größten Posten auf null.
  • DCC ablehnen: Am Terminal immer die Landeswährung wählen. Das spart 3 bis 6 Prozent schlechteren Kurs, bei jedem einzelnen Betrag.
  • Seltener und größer abheben: Drei Abhebungen à 200 Euro kosten statt sechs Abhebungen à 100 Euro nur die halben ATM- und Bargeldgebühren.
  • In der Euro-Zone normal zahlen: Von Portugal bis Finnland fällt keine Fremdwährungsgebühr an; hier zahlt auch die Standard-Karte nur Abhebegebühren, die meisten Direktbanken nicht erheben.
  • Bezahlung der Karte vorziehen: Bargeld zieht drei Gebührenarten auf sich; Kartenzahlung nur eine. In kartenfreundlichen Ländern wie Island oder Schweden ist Bargeld ohnehin verzichtbar.

In welchen Ländern keine Fremdwährungsgebühr anfällt

In allen 20 Ländern der Euro-Zone, von Frankreich über Spanien bis Lettland, rechnet die Karte in Euro ab. Die Fremdwährungsgebühr entfällt. Das gilt auch für Länder außerhalb der Euro-Zone, die trotzdem in Euro kassieren, etwa Montenegro und Kosovo. Abhebungen können hier trotzdem kosten, weil die Bargeldgebühr mancher Banken alle Automaten außerhalb Deutschlands trifft.

Sonderfall Großbritannien: Nordirland gehört zum Vereinigten Königreich und rechnet in Pfund ab, die Republik Irland in Euro. Auf einer Reise über beide Landesteile fallen Fremdwährungsgebühren nur für den Pfund-Teil an.

Häufige Fragen zu Auslandsgebühren bei Kreditkarten

Was ist eine Fremdwährungsgebühr bei der Kreditkarte?

Die Fremdwährungsgebühr ist ein prozentualer Aufschlag der eigenen Bank auf jede Zahlung und Abhebung in einer Währung außerhalb der Euro-Zone. Am deutschen Markt liegen die Sätze zwischen 1,5 und 2,75 Prozent. Die Gebühr erscheint als separater Posten auf der Abrechnung.

Fallen Auslandsgebühren auch in der Euro-Zone an?

In der Euro-Zone fällt die Fremdwährungsgebühr nicht an, weil die Karte in Euro abrechnet. Eine Bargeldgebühr für Abhebungen kann trotzdem anfallen, wenn die Bank sie für alle Automaten außerhalb Deutschlands erhebt. Karten mit kostenlosen Abhebungen in der Euro-Zone sind am Markt üblich.

Wie erkenne ich Auslandsgebühren auf der Kreditkartenabrechnung?

Auslandsgebühren erscheinen als eigener Posten unter dem Umsatz, mit Bezeichnungen wie "Entgelt für Fremdwährungsumsatz", "Auslandseinsatz" oder "Fremdwährungsgebühr". Der Prozentsatz ergibt sich aus dem Verhältnis von Gebühr zu Umsatzbetrag. Steht kein solcher Posten dabei, war der Umsatz gebührenfrei.

Erheben Geldautomaten im Ausland eigene Gebühren?

Ja, in vielen Ländern erhebt der Automatenbetreiber eine eigene Gebühr je Abhebung, unabhängig von der eigenen Bank. In Thailand sind es 220 Baht je Vorgang, in den USA 3 bis 5 US-Dollar. Die Gebühr wird am Automaten angezeigt und lässt sich nur durch weniger und größere Abhebungen senken.

Lassen sich Auslandsgebühren nachträglich zurückfordern?

Auslandsgebühren sind vertraglich vereinbarte Entgelte und nicht rückforderbar. Der einzige Schutz läuft vorab: eine Karte ohne Fremdwährungsgebühr abschließen, DCC am Terminal ablehnen und die Abhebefrequenz planen. Wer nach der Reise die Posten prüft, kann die eigene Karte für die nächste Reise bewerten.

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